Dienstag, 10. März 2026

Musik spielte schon immer eine große Rolle in meinem Leben. Als Teenager sowieso, später war der Musikjournalismus der Schritt in mein späteres Arbeitsleben als Journalist. Mal abgesehen von meiner Arbeit in der Szene zwischen 1990 und 2000 (als Journalist und PR/Marketing-Mensch für Edel Records und Sony Columbia) habe ich, seitdem ich denken kann, mich für Musik interessiert. Schuld daran war auch die relativ übersichtliche, aber gut sortierte Vinyl-Sammlung meiner Eltern, die von Elvis über Neil Diamond bis zu Black Sabbath reichte.

In den späten 70er-Jahren kamen meine ersten eigenen LPs zu mir. Die erste war das Village People Album "Cruisin’", das zweite war ein Geschenk meiner Cousine: Manfred Man "Angel Station". In den, im Vergleich zu heute, musikalisch ziemlich wilden 80er-Jahren, besorgte ich mir dann aus dem Radio so gut es ging, alles, was mich irgendwie interessierte. Punk, NDW, EBM, Pop, Elektro, Rock. Die Tapes sind leider verloren und viel Vinyl habe ich nie gehabt. Die kosteten zu viel und außerdem gab es dann die CDs.

Mein CD-Archiv wuchs aber vor allem in der Zeit zwischen 1986 und 2000. Einerseits, weil ich viel kaufte, andererseits, weil ich als Journalist später in der Vollbemusterung einiger Labels war und zusätzlich Zugriff auf die Sachen meiner Arbeitgeber hatte. Irgendwann hatte ich knapp 2000 CDs.

Da ich aber auch oft umgezogen bin, waren 2000 CDs eher hinderlich, und ich habe dann schrittweise aussortiert. Übrig geblieben sind nur die Sachen, die ich wirklich mochte oder die eine besondere Bedeutung in meinem Leben hatten. Sei es aus Sentimentalität, sei es, weil sie den Einstieg in eine neue Musikrichtung bedeuteten. Übrig geblieben sind noch rund 300 CDs.

Die fristen seit einem knappen Jahrzehnt nun ein verstaubtes Dasein in einem Regal. Musik-Streaming macht halt faul. Ich frage mich seit einiger Zeit, was ich mit CDs machen soll. Irgendwo im Hinterkopf schlummert die Idee, mir per eBay eine 80er-Jahre-Musikanlage zusammenzukaufen, aber dafür fehlt mir in der Wohnung im Moment der Platz.

Aber Musik ist ja Erinnerung, und ich dachte neulich noch, dass manche Erinnerungen so fest an Musik geschweißt sind, dass es schade wäre, diese Erinnerungen einfach liegenzulassen. Also habe ich beschlossen, mal wieder, ein Blog aufzumachen*. Die hier gezeigten CDs stammen alle aus meinem Regal, das zu 90 Prozent komplett unsortiert ist. Es gibt keine Sortierung, weder nach Farbe, noch A-Z oder Erscheinungsjahr. Ich fange jetzt ganz links an und arbeite mich stetig, aber unregelmäßig, durch die mehrreihigen Stapel.

Das wird auch eine kleine Reise für mich, denn ich habe auch keine Ahnung, was ich da alles finden werde. Und welche Erinnerungen die Musik auslösen wird.

*Einige, noch lebende, Menschen werden sich eventuell an mein Blog "Irgendwas ist ja immer" hier auf Antville erinnern. Das existiert auch noch und wird einmal im Jahr gefüttert.